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Erfahrungsbericht des Austausches in Treviso, Italien im Zuge des Erasmusprojektes am St. Raphael Gymnasium

Erfahrungsbericht des Austausches in Treviso, Italien im Zuge des Erasmusprojektes am St. Raphael Gymnasium


Dank großer Unterstützung von ERASMUS gelang es dem St. Raphael-Gymnasium in diesem Jahr erneut, den Italienischaustausch, bei dem Schülerinnen und Schüler des Italienischprofils an unserer Schule zu unserer Partnerschule nach Treviso fahren, zu organisieren.
Ich als Schülerin im Fach Italienisch habe mich darum sehr auf diesen Austausch gefreut. Tatsächlich kannte ich meine Austauschpartnerin schon persönlich, da ich bereits 2023 im April/Mai mit einer Klassenkameradin die Chance eines individuellen Austausches zum liceo A. Canova genutzt habe und somit bereits zwei Wochen bei der Gastfamilie, bei der ich auch nun wieder sein durfte, gelebt habe, sowie meine Austauschpartnerin Camilla Baseggio im Juli 2023 zwei Wochen aufgenommen habe. Umso größer war für mich natürlich die Vorfreude, nun mit dem ganzen Italienischprofil und meinen Lehrerinnen noch einmal für 10 Tage nach Veneto zu fahren und all jene Personen wiederzusehen, zu denen ich in meiner Zeit dort schon eine Freundschaft aufgebaut habe.
Und so fuhren wir am 2.03. dann ab – die 13 Stunden Busfahrt waren zwar sehr anstrengend, doch am Ende war es auch eine schöne Erfahrung, die vielen Landschaften und Städte zu sehen und zu wissen, dass man am Ende in einem anderen Land ankommen wird, das man nun 3 1⁄2 Jahre im Unterricht theoretisch behandelt hat. Dort angekommen war die Wiedersehensfreude bei mir riesengroß – ich habe sehr viel Glück mit meiner unglaublich netten Gastfamilie gehabt, die aus meiner Austauschpartnerin Camilla, ihrer kleinen Schwester Novella und den beiden Eltern besteht. Außerdem habe ich bei meiner Ankunft die Oma von Camilla begrüßt, die direkt im Haus neben der Familie wohnt und letztes Jahr immer typisch italienisch für uns drei Kinder gekocht hat, wenn wir aus der Schule gekommen waren und die Eltern von Camilla noch bei der Arbeit. Nach dem Verteilen meiner Gastgeschenke, u. a. ein T-Shirt, ein Bierkrug, zwei Espressotassen mit Heidelberg-Logo und deutschen Süßigkeiten, war der Anreisetag auch schon vorbei. Die 10 Tage durfte ich, wie auch schon letztes Mal, im Zimmer der kleinen Schwester von Camilla schlafen, und hatte somit ein eigenes Zimmer.

Der nächste Tag, Sonntag, war dazu vorgesehen, die Gastfamilie kennenzulernen und individuellen Aktivitäten nachzugehen – und so ging ich mit auf einen verspäteten Karnevalsumzug, der im Nachbardorf Paese stattfand. Neben dem ganzen Spaß und den originell gestalteten Wagen habe ich an diesem Tag auch ein bisschen italienische Kultur mitbekommen – jetzt weiß ich, dass in Italien auf den Karnevalsumzügen nicht etwa Süßigkeiten, sondern eine Menge Konfetti geworfen wird! Abgeworfen wurde ich besonders von Novella, die als Malerin verkleidet ihre Grundschulstufe, die „seconda elementare“, repräsentierte. Danach haben wir mit der Freundesgruppe von Camilla noch Eis gegessen und sind später mit Freunden der Familie in ein kleines Lokal gegangen, in dem die Erwachsenen den typischen Aperol Spritz („lo spritz“) getrunken haben und wir viel über die Unterschiede zwischen Deutschland und Italien geredet haben – vom Verkehrsverhalten über den Lebensstandard bis zur Musik (wobei sich rausgestellt hat, dass die beiden Väter der befreundeten Familien zusammen auf ein Rammstein-Konzert gehen wollen!). Besonders gefallen hat mir in der Gastfamilie, dass Sie sich die ganze Zeit über solche Mühe mit dem Essen gegeben haben – an diesem ersten Tag gab es gleich mein Lieblingsessen, Spaghetti Bolognese (oder wie man auf Italienisch sagen würde: spaghetti al ragù). Zudem haben Sie sich auch daran erinnert, dass ich kein großer Fan von Meeresfrüchten und Fisch bin, und haben deshalb immer nur andere Sachen gekocht – das kann man eigentlich gar nicht erwarten, es war so lieb von ihnen! Insgesamt hat mir das Essen also sehr gefallen (und die italienische Küche generell auch, wenn man mal von den ganzen Meeresfrüchten absieht 😉). Da ich durch meinen vorherigen Austausch in Treviso und auch durch einen sechstägigen Let’s twin-mobility-Austausch des Erasmusprojektes, bei dem ich im April 2023 mit fünf weiteren Schülern und Schülerinnen unserer Schule nach Novara gefahren bin, hatte ich keine Schwierigkeiten, beim Sprechen aus mir herauszukommen und es immer wieder zu versuchen – ich wusste, dass die Italiener es nicht lächerlich, sondern sehr schön finden, wenn jemand versucht, ihre Sprache zu sprechen (umgekehrt wäre es bei uns Deutschen ja genauso).
Der nächste Tag, Montag, stand an – und damit unser erstes Mal Venedig! Nach einer nicht allzu langen Zugfahrt traten wir aus dem Bahnhof heraus – und standen plötzlich mitten auf einem Platz mit Blick auf den Kanal Grande und auf wunderschöne alte Gebäude! Um diese erste Erfahrung für uns noch schöner zu machen, hatten unsere zwei Lehrerinnen zusätzlich noch organisiert, dass wir mit dem Vaporetto, dem „Wasserbus“, einmal durch den Kanal Grande fahren und dann von außen in der Lagune, vorbei am Markusplatz, an unserer Ziel, den Dogenpalast, gelangen. Die Begründung, man „muss Venedig einmal vom Wasser aus gesehen haben!“, stimmt durchaus – es war eine wunderschöne Ausicht und Erfahrung. Im Dogenpalast bekamen wir nach einer Audioguide-Führung durch den schönen offiziellen Teil der Touristenroute mit z. B. der scala dei giganti, sala del maggior consiglio, sala del consiglio dei dieci oder den pozzi mit der ponte dei sospiri eine Führung auf Italienisch durch die itinerari segreti, die geheimen Gänge und Orte im Dogenpalast, die damals der Öffentlichkeit verborgen waren. Am meisten beeindruckt hat mich die historische Geschichte von der Flucht Casanovas aus einem Teil der Kerker. Wer hätte gedacht, dass sich hinter den Büros und den schönen, hellen Sälen eine Reihe von dunklen Gefängnissen, Folterkammern, Orten der konspirativen Treffen und Geheimgängen verbirgt? Nach der Besichtigung hatten wir zusammen mit der Gruppe unserer italienischen Partner noch Freizeit in Venedig, die wir Focaccia essend, Gruppenfotos machend und vor allem durch die engen Gassen von Venedig laufend verbracht haben. Was für ein schöner Tag!

Am Dienstag haben wir dann das erste Mal die Schule der Italiener, das liceo A. Canova, besucht. Nach einer Begrüßung der stellvertretenden Schulleiterin sowie einer Führung durch die Schulgebäude wurden wir auf verschieden Klassen aufgeteilt, wobei ich der Klasse unserer Austauschpartner zugeteilt worden bin. Mir hat das italienische Schulsystem in der Praxis nicht so gut gefallen, da die Stunden mit 60 min meiner Meinung nach zu lang, der Unterricht zu frontal und das System der interrogazioni, der mündlichen Abfragen vor der ganzen Klasse, nicht ausgereift ist. Besser finde ich hier das deutsche Schulsystem, bei dem die Stunden nur 45 min gehen, der Unterricht meist sehr integrativ gestaltet ist und es vor allem jede Stunde eine mündliche Note für einfach nur Beteiligung am Unterricht gibt. Ich habe selbst mitbekommen, dass das italienische System hier im Grunde nur für viel Stress der armen Schüler und Schülerinnen sorgt, die so die ganze Zeit im Unterricht nicht aufpassen können und niemand bemerkt es, dann aber innerhalb weniger Tage den ganzen Stoff der letzten zwei bis drei Monate lernen müssen. Das italienische Prinzip des „Mitschreibens“, also die größtenteils Abwesenheit von offiziellen Tafelaufschrieben, das in Italien als Vorbereitung auf die Universität gesehen wird, bewerte ich ebenfalls als kritisch und verwirrend für die Schüler, die so einer möglichen Überforderung durch zu schnell oder zu schwierig redende Lehrkräfte ausgesetzt werden. Das alles basiert auf meiner Beobachtung, dass die Schülerinnen und Schüler an den beiden italienischen Schulen, die ich bisher erleben durfte (in Novara das IPS Ravizza und hier in Treviso das liceo linguistico A. Canova), im Vergleich zu deutschen Schülerinnen und Schülern aus unserer Schule schlechtere Noten haben. Zwar ist das Notengebungssystem mit Punkten von 1 bis 10 anders, jedoch konnte ich nach dem „Umrechnen“ in deutsche Schulnoten feststellen, dass die Noten schlechter sind als in Deutschland, und das, obwohl die italienische Schule den Ruf hat, sehr allgemeinbildend zu sein, und die Schülerinnen und Schüler der Klasse meinem Anschein nach auch keinesfalls weniger wussten oder nicht so schlau waren wie in Deutschland. Zudem habe ich festgestellt, dass die Lehrer so gut wie nie 10 Punkte, also eine 1, vergeben – ich habe das kein einziges Mal in der gesamten Zeit, die ich dort war, mitbekommen – während das in Deutschland recht oft der Fall ist, sollte ein Schüler den Anforderungen sehr gut entsprechen. Ich kann natürlich nur aus meinen Beobachtungen Schlüsse ziehen, die auch nicht generell anwendbar sein können – doch daher kam ich zu dem Schluss, dass der Fehler hier beim italienischen Schulsystem liegt, was ich eine interessante Erkenntnis fand, die ich wohl nur aus dem direkten Erleben habe schließen können. Eine weiterbringende Erfahrung also! Nach der Schule durften wir eine von unseren Austauschpartnern organisierte Führung durch Treviso genießen, die uns neben den wichtigsten Sehenswürdigkeiten auch in das beste Café brachte, in dem ich je war – das Tiramisù war göttlich!

Am Mittwoch fuhren wir nach Padova (auf Deutsch Padua, doch meiner Meinung nach klingen alle italienischen Namen viel schöner als die deutschen!). Wir haben eine wunderschöne Kapelle besichtigt, die von Giotto gemalt wurde, sowie das dazugehörige Museum, in dem mir besonders einige faszinierende Bilder, die Frauen abbildeten, gefielen. Die Maler stellten sie nämlich nicht als schwach und häuslich dar, sondern teilweise als starke Kämpferin, was mich in Sicht auf die Emanzipation der Frau und des damals eigentlich vorherrschenden Bildes der Fau sehr beeindruckt hat. Zudem besuchten wir den Bo, die Universität Paduas, wo schon Galileo Galilei gelehrt und geforscht hat, das älteste und berühmteste Cafè der Stadt, wo wir die Spezialität, Espresso mit Minze, probierten, sowie piazza della erba/frutta mit dem dazugehörigen palazzo della ragione und in unserer Freizeit die berühmte Basilica di Sant Antonio. Wir wissen jetzt auch, dass die Behauptung, in Italien gäbe es bessere Kleidung, auf jeden Fall zutrifft – eine Shoppingtour durch die Hauptstraße mit vielen schönen erstandenen Sachen war das Ergebnis!

Am Donnerstag führten uns unsere Lehrerinnen, diesmal nur als deutsche Gruppe, dann das zweite Mal nach Venedig, wo wir die drei berühmtesten Inseln Murano, Burano und Torcello besuchten. Auf Murano, das für sein handgemachtes Glas bekannt ist, durften wir eine Glasmanufaktur besichtigen, was zu einer einzigartigen Erfahrung für uns alle wurde – immerhin gibt es nur noch wenige hundert Leute auf der Welt, die diesen Beruf ausüben! Auf Burano hatten wir hauptsächlich Frezeit, die wir dazu nutzen, die einzigartigen Stickereien, die nur dort von älteren Personen hergestellt werden, zu bestaunen und ein kleines Fotoshooting vor den charakteristischen bunten Häusern zu veranstalten. Auf Torcello besuchten wir dann die weltberühmte Kirche Santa Maria assunta mit dem wunderschönen und fast 1000 Jahre alten Mosaik des jüngsten Gerichts. Die ganze Zeit über lauschten wir den spiegazioni, den Erklärungen, unserer Lehrerinnen, die uns auf Italienisch die Kultur und Architektur dieser einzigartigen Inseln näherbrachten. Wieder am „Festland“ Venedig angekommen folgte dann eine der für mich schönsten Erfahrungen, die der Austausch für mich bereithielt. Unsere Lehrerinnen gaben uns nämlich eine Karte, setzten uns an der Haltestelle des Vaporetto, an der wir uns befanden, aus und gaben uns die Aufgabe, innerhalb von einer Stunde zum Bahnhof, an dem wir abfahren würden, ohne technische Hilfsmittel zurückzufinden. Es war sehr verblüffend, als wir durch die engen Gassen marschierten, gerade sicher waren, uns verlaufen zu haben und plötzlich auf einem riesigen, wunderschönen Platz standen, und es wurde sehr lustig, Einheimische nach dem Weg fragen zu müssen – aus der „Not“ entstand so eine neue Kreativität und wir hatten sehr viel Spaß! Mein persönliches Highlight war, dass wir am Schluss mit dem Vaporetto, für das wir glücklicherweise eine Tageskarte bekommen hatten, eigenständig das letzte Stück über den Kanal Grande zurückfahren konnten – mit italienische Anzeigetafel lesen, Fahrplan verstehen und als Belohnung den besten Plätzen ganz vorne!


Der Freitag wurde für mich zum einen der anstrengendsten, aber auch schönsten Tage, denn wir fuhren unglaublicherweise das dritte Mal innerhalb von fünf Tagen nach Venedig, um abseits der touristengefüllten Straßen einen Blick auf das arbeitende Venedig zu bekommen – ein Leichtes unter Führung von unseren beiden Muttersprachler-Lehrerinnen! Wir besuchten ein squero, eine von nur zwei verbliebenen venezianischen Gondelmanufakturen, in denen die typischen gondole gewartet, repariert und auch gebaut werden. Wir erfuhren viele Dinge über den Gondelbau, die wir sonst nie erfahren hätten – zum Beispiel die Symbolik des gebogenen Metallstückes, das als Markenzeichen von Venedig jede Gondel vorne beschwert: So steht die Form für den Kanal Grande, die sechs geraden Platten für die sechs Stadtviertel, die drei gewellten Zwischenräume für die drei Hauptinseln Murano, Burano und Torcello, der kleine Bogen für die Rialtobrücke usw.! Nach dieser kleinen „Theorieeinheit“ wurde es dann praktisch und wir sollten auf eigene Faust einen gondolieri finden und mit ihm ein Interview führen. Unsere Gruppe landete einen Glückstreffer und wir konnten drei gondolieri auf einmal befragen! Mit den gondolieri zu sprechen war wirklich eine großartige Erfahrung, die mich auch im Bezug auf die Sprache weitergebracht und mir gezeigt hat, dass ich mich sogar mit fremden Leuten unterhalten und über ihr Leben reden kann. In der folgenden Freizeit liefen wir so viel wie noch nie – dreimal überquerten wir den Kanal Grande, auf der Suche nach einem Geschäft, in das wir schon letztes Mal wollten, auf der Jagd nach cannoli, einer italienischen süßen Köstlichkeit und auf der Idee des Sparens: denn an diesem 8. Mai war Weltfrauentag und zu Ehren dessen hatten Frauen an diesem Tag in drei Museen von Venedig freien Eintritt, was wir gleich mal ausnutzen, um weitere antike Bildhauerkunst und moderne Fotografie zu bestaunen. Auch ein kultureller Unterschied, den ich bemerkt habe, bezieht sich auf den Weltfrauentag: Die Italiener schenken ihnen nahestehenden Frauen an diesem Tag einen Strauß Mimosen und generell wird dieser Tag in Italien gefeiert, während manche Deutsche nicht mal wissen, an welchem Tag Weltfrauentag ist. Eine wunderschöne Tradition, finde ich (der Vater von Camilla hat uns drei Frauen allen einen Mimosenstrauß mitgebracht 😊)! Für eine weitere wunderschöne Überraschung, die uns an diesem Tag erwartete, sorgten wieder einmal unsere Lehrerinnen: Wir gingen ins fondaco dei tedeschi, ein ehemaliges Markt- und Logierhaus für deutsche Händler, in dem sich jetzt viele Geschäfte der berühmtesten Luxusmarken befinden. Allein das war schon schön, doch die Überraschung war eine andere: Wir durften auf das Dach dieses hohen Gebäudes, von dem aus man einen atemberaubenden Blick über ganz Venedig hatte. In diesem Moment wurde allen von uns erst bewusst, wo wir hier gerade waren, in einem anderen Land, in einer der schönsten Städte der Welt. Es war unvergleichlich.
Doch damit ging dieser Tag nicht zuende: Meine Gastfamilie hatte eine befreundete Familie zum Abendessen eingeladen, und das bedeutete lange wachbleiben, viel leckeres Essen und vor allem super viel Spaß! Die befreundete Familie kam auch schon letztes Jahr zum Abendessen und daher war es wie ein großes Wiedersehen. Nachdem wir, die Familie Baseggio und ich, das leckere italienische Essen, die Häppchen und das Fingerfood vorbereitet hatten, kamen alle und wir unterhielten uns, erzählten Geschichten und lachten sehr viel! Dieser Abend wurde für mich persönlich fast zum schönsten Moment des Austausches, denn ich machte die Erfahrung, unter Italienern zu sein, ihnen alles, was ich sagen wollte, erzählen zu können und mit ihnen lachen zu können, weil ich ihre Witze verstand. Und das ist doch eigentlich das Ziel – sich in einer Kultur so wohlzufühlen und sich zu verstehen, weil die Sprache kein Hindernis mehr darstellt. Auch die Italienerinnen und Italiener generell habe ich als ganz besondere Menschen in Erinnerung – nicht so steif und förmlich wie in Deutschland, sondern herzlich, ein bisschen chaotisch, begeistert und vor allem liebenswürdig. Sie lachen viel, scheuen sich nicht vor unkonventionellen Aktionen, wenn sie für ihre Überzeugung einstehen und sind Fremden gegenüber sehr offen und hilfsbereit.

Am Samstag ging es dann für uns noch einmal mit unseren Partnern in die Schule und danach hatten wir Freizeit, die wir dafür nutzen, eine Überraschungsparty für eine Klassenkameradin, die in Italien Geburtstag hatte, zu veranstalten. Alle Italiener halfen mit und es wurde ein sehr schöner Abend mit Pizza, italienischer Musik und viel Gelächter bei dem Versuch, als Deutsche unter Italienern Tabu zu spielen.

Der Sonntag war dann auch schon der letzte volle Tag, denn am Montag mussten wir früh morgens abreisen. Wir veranstalteten ein Abschiedsfest alle zusammen, bei dem jeder Deutsche etwas deutsches und jeder Italiener etwas italienisches zu essen mitbringen musste. Es wurde sehr lustig und am Schluss dann auch sehr traurig, denn nun war allen klar: Diese schöne Zeit war jetzt vorbei. Es war eine großartige Erfahrung, die mich sowohl im Bezug auf die Fortschritte mit Italienisch weitergebracht hat – ich kann jetzt stolz sagen, ich verstehe sogar den Dialekt, den man in Veneto spricht! – als auch mir eine völlig neue Seite der italienischen Kultur gezeigt hat, die ich so nie im Unterricht hätte lernen können. Im italienischen Alltag zu sein ist einfach eine ganz andere Erfahrung als im Urlaub in einem Hotel zu wohnen, man kommt so einem anderen Volk nahe und erweitert seinen geistigen Horizont. Ich habe gelernt, was „Italiener sein“ heißt, mit all seinen guten und schlechten Seiten, von dem etwas niedrigeren Lebensstandard über die wunderschöne Landschaft Italiens, dem verbesserungsfähigen Schulsystem über die Lebensfreude der Italiener und einem Land, das zu den historisch bedeutendsten der Welt zählt. Dafür möchte ich mich bei all den Italienerinnen und Italienern bedanken, die diese Erfahrung für mich unvergleichlich gemacht haben. Vi voglio bene und ci vediamo a Heidelberg!


Text: Lea Niedermaier, Kl. 10b

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